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Spinnennetz

Sinnbefreit im Dachgeschoss

Bis hierhin und schnell wieder zurück!

Speichert nur, speichert nur!

Ganz großes Thema der letzten Tage war und ist eindeutig die Vorratsdatenspeicherung[1]. Da das dementsprechende Gesetz[2] bereits abgesegnet und seit dem 1. Januar 2008 auch in Kraft getreten ist, lässt sich daran erstmal nicht mehr rütteln. Natürlich ist es sinnvoll auch weiterhin gegen diese Neuregelungen zu demonstrieren und die Öffentlichkeit über die Änderung der Gesetzeslage aufzuklären, aber kurzfristig wird das leider keine Abhilfe mehr schaffen.

Aber was nun? Was tun? Ganz einfach: Lasst sie speichern, denn die Devise lautet “Masse statt Klasse”. Warum nicht einfach mal die ersten hundert Telefonnummern aus dem Telefonbuch anrufen. Wird dazu ein Mobiltelefon benutzt, ist darauf zu achten, dass die Anrufe aus möglichst vielen unterschiedlichen Funkzellen getätigt werden: Also einfach mal kurz ins Auto setzen, ein bisschen sinnbefreit in der Republik herumkurven und den Beifahrer fleißig telefonieren lassen. Selbiges kann natürlich mit dem Senden von diversen SMS an beliebige Empfänger erreicht werden. Wer die bei diesem “War-Phoning” enstehenden Kosten allerdings scheuen sollte, dem sei geraten, sich nach der nächsten Flatrate, die heutzutage fast jeder Telefonanbieter anbietet, umzuhören. Am besten gleich noch die entsprechende SMS-Flatrate dazubuchen.

Kommen wir zum nächsten Punkt, dem Internet. Wahllos Webseiten abzuklappern macht natürlich längst nicht so viel Spaß wie das Anrufen völlig unbekannter. Viel lustiger ist es doch die Webseiten zu besuchen, die man sowieso besuchen möchte und dabei trotzdem ein heilloses Datenchaos anrichtet. Hier kommt das Tor-Projekt, ein Softwarepaket, welches die Analyse von Verbindungsdaten erschweren soll, ins Spiel. Einen Überblick über die Funktionsweise von Tor findet man hier. Kurz zusammengefasst: Die aufgerufene Webseite wird nicht direkt aufgerufen, sondern über verschiedene Tor-Server mithilfe eines Proxys an den aufrufenden Browser übermittelt. So kann nie direkt festgestellt werden, welche Webseiten wirklich besucht wurden. Um jedoch nochmal die Idee des wahllosen Telefonierens aufzugreifen, sei der Betrieb eines Tor-Servers erwähnt, welcher unter anderem im Auftrag anderer Tor-Clients/Tor-Server Webseiten aufruft, um diese an den ursprünglich anfragenden Browser zu übermitteln. Hierbei entsteht dann aus Sicht des Überwachungsstaates eine unüberschaubare Menge an aufgerufenen Webseiten, die keinem Muster zuzuordnen sind.

Für Anregungen und Fragen steht selbstverständlich die Kommentarfunktion zur Verfügung!

  1. siehe Vorratsdatenspeicherung
  2. Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG

15 Reaktionen zu “Speichert nur, speichert nur!”

  1. steffi

    Hallo,

    dein Blog gefällt mir an sich ziemlich gut, aber dieser Eintrag zur Vorratsdatenspeicherung erscheint mir recht einseitig. Wenn du schon über das Thema aufklären willst, dann solltest du dir über eines im Klaren sein:
    Vor der Neuregelung war es den Telekommunikationsanbietern ERLAUBT, Daten über einen gewissen Zeitraum zu speichern, jetzt sind sie dazu VERPFLICHTET. Das ist kein großer Sprung und dürfte in der Praxis zu nicht allzu vielen Änderungen führen bzw. geführt haben. Du hättest auch vor einem Jahr schon bei deinem Mobilfunkanbieter o.ä. im Kundencenter anrufen können und sie hätten dir nach zwei, drei Mausklicks ganz detailliert sagen können, wann du welche Nummer angerufen hast, wann du sms verschickt hast etc. (Die Erfahrung habe ich selbst vor einem Jahr gemacht.) Man sollte die Situation auch nicht dramatisieren, denn gespeichert werden nicht Gesprächs- oder sms-INHALTE, sondern Verbindungsdaten (die z. T. auch für die Rechnungserstellung relevant sind, schließlich willst du ja auch einen Einzelgesprächsnachweis auf deiner Telefonrechnung, oder?) und auch ohne die von dir vorgeschlagenen Massenanrufe handelt es sich um eine riesige, unübersichtliche Datenmenge, die auszuwerten schlichtweg unmöglich ist. Abgesehen davon sollte man sich auch nicht so wichtig nehmen - der Staat hat kein Interesse daran, deine Privatgespräche zu protokollieren. Und solange du dich öffentlich im Internet präsentierst (wie z. B. mit diesem Blog), solltest du dich auch nicht über mangelnde Privatsphäre beklagen. Der gläserne Mensch erschafft sich häufig auch selbst…

    Lange Rede, kurzer Sinn: gespeichert wurde vorher auch schon und du hast meiner Meinung nach deinen Beitrag geleistet, dieses ganze Thema weiter aufzubauschen. (Nicht falsch verstehen, ist nicht böse gemeint!)

    LG
    Stef

  2. Kristof

    Hallo steffi,

    auch wenn es in der Praxis vielleicht keinen Unterschied macht, ist es zumindest vom Prinzip her ein Wesentlicher! Zwischen “Erlaubt” und “Verpflichtet” liegen Welten. Vor dem 01. Januar konnte ich meinen Telefonanbieter noch dazu “zwingen”, sämtliche Verbindungsdaten nach dem Abrechnungszeitraum zu löschen, wenn denn sowieso mehr als die nötige Verbindungsdauer gespeichert wurde (bei einem Einzelgesprächsnachweis mussten natürlich auch schon vor dem 01. Januar weitere Verbindungsdaten gespeichert werden, weshalb ich auf einen Einzelgesprächsnachweis bisher auch verzichtet habe - auch mit dem Wissen, dass es dadurch schwieriger ist Teile der Telefonrechnung beim Finanzamt geltend zu machen).

    Weiterhin ist mir auch bewusst, das die Inhalte jeglicher Kommunikation (noch) nicht von der Vorratsdatenspeicherung betroffen sind, aber allein die Rückschlüsse, die sich bei der Auswertung von den Verbindungsdaten ziehen lassen, sollten auf jeden sensibilisierend wirken: Stell’ Dir z.B. vor, dass Dein bester Freund/Deine beste Freundin oder auch einfach nur ein guter Bekannter von Dir Mitglied in einer terroristischen Organisation ist (die Zuspitzung ist an dieser Stelle erwünscht) - natürlich ohne Dein Wissen (schließlich hättest Du Dein Wissen sonst schon längst mit den strafverfolgenden Behörden geteilt). Nun steht Dein Freund/Bekannter plötzlich im Zentrum einer polizeilichen/geheimdienstlichen Ermittlung, was natürlich mit einer Auswertung der Verbindungsdaten Deines Freundes/Bekannten einhergeht. Aus irgendeinem Grund hast Du nun seit über einem Monat regen telefonischen Kontakt mit Deinem Freund/Bekannten und schon rückst Du auch schon ein gehöriges Stück näher in das Zentrum eben genannter Ermittlungen. Erschwerend (für Dich) kommt nun hinzu, dass Dein Freund/Bekannter vor zwei Wochen eine E-Mail von Deinem Computer zu Hause an einen Bekannten geschrieben hat, der ebenfalls Kontakte zu terroristischen Zellen pflegt (Dein Bekannter/Freund sich dem aber u.U. auch nicht bewusst war) und der Einfachheit halber dazu Deinen E-Mail-Account benutzt hat… Weitere Erläuterungen sollten jetzt nicht mehr nötig sein.

    Lange Rede, kurzer Sinn (um Dich aufzugreifen): Ich finde es gut, das ganze Thema mit meinem Beitrag weiter aufgebauscht zu haben, da ich es als meine Pflicht als freier Bürger empfinde über Missstände, die meine Rechte als freien Bürger beeinträchtigen zu berichten :-)

  3. steffi

    Hallo Kristof,

    naja, du musst aber zugeben, dass dein Beispiel mit dem Terroristen im Freundeskreis schon ziemlich unwahrscheinlich und auf Biegen und Brechen konstruiert ist. Die staatliche Überwachung, auf die du hinauswillst, hat ja erstmal nicht so viel mit der Vorratsdatenspeicherung der Telekommunikationsanbieter zu tun und bis es zu einer polizeilichen /geheimdienstlichen Untersuchung deiner Daten kommt, müssen schon ein erheblicher Verdacht (was bei einem Terroristen wohl auch irgendwo gerechtfertigt wäre) und eine richterliche Erlaubnis vorliegen, die auch nicht einfach zu bekommen ist. Es kostet den Staat außerdem eine Menge Geld, Ermittlungsbeamte auf so eine Auswertung/Überwachung anzusetzen.
    Du magst ja Recht damit haben, dass man nie weiß, durch welche unglücklichen Umstände man eventuell näher in den Fokus solcher Ermittlungen (die ich ja zugegebenermaßen auch unangenehm fände) rücken könnte, aber alles in allem ist es doch sehr unwahrscheinlich.

    Ich verstehe und respektiere, dass es dir in erster Linie ums Prinzip geht. Es ist auch nicht meine Absicht, irgendetwas zu verharmlosen. Leider wird die Diskussion zu diesem Thema vielerorts recht oberflächlich geführt, was viele Leute zu der Annahme verleitet, sie stünden durch diese Neuregelung nun Tag und Nacht unter staatlicher Beobachtung. Und das entspricht ja nun auch nicht den Tatsachen. Daher mein Entschluss, mich unbekannterweise bei dir zu Wort zu melden. ;)

    LG
    steffi

  4. Chris

    Ich verstehe das ganze Problem eigentlich nichts, früher wurde doch auch alles gespeichert zumindest fast alles für 3 Monate. Wenn man nichts zu verbergen hat, brauch man doch auch keine Sorgen haben,oder?

  5. James

    Natürlich muss man sich sorgen machen. Private Rechteinhaber sollen evtl. Zugang zu diesen Daten erhalten.

  6. Kristof

    Chris: Auch wenn man nichts zu verbergen hätte, heißt das noch lange nicht, dass Väterchen Staat (und wie James richtig anmerkte u.U. auch private Instanzen) auf Gutdünken jede Ecke eines jeden Bürger Privatleben ausleuchten können und dürfen sollte - diese erzkonservative Leier wird meiner Meinung nach jetzt schon wieder viel zu oft gespielt. Ich weiß ja nicht, ob es Dir so recht ist, wenn Du plötzlich von einer beliebigen Stelle, die Zugriff auf Deine Verbindungsdaten erhalten hat, unter Druck gesetzt wirst, nur weil Du letzte Woche zufällig über eine Seite mit pornografischem Inhalt gestolpert bist oder einen Artikel bei einem bekannten Auktionshaus erworben hast, welcher (Dir u.U. nicht bewusst) gegen irgendein internationales Markenrecht verstößt oder die Vermutung zulässt, dass Du aus dem erworbenen Modellflugbausatz eine Bombe mit Fernzünder bauen willst.

  7. Mike

    Ich find das auch eher traurig, dass es so weit gekommen ist…Ob da die Demonstrationen überhaupt noch was bringen bin gespannt was durch die Sammelklage rauskommt…

  8. Privatsphäre gesichert, die Zweite (Sinnbefreit im Dachgeschoss)

    […] Mit seinem Beschluss vom 11. März 2008 hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts die Vorratsdatenspeicherung teilweise außer Kraft gesetzt. Bis zur Hauptverhandlung wird damit der Zugriff und der Verwendungszweck auf die gespeicherten Daten deutlich eingeschränkt (siehe auch Pressemitteilung vom 19. März 2008 des BVerfG). […]

  9. sudoku

    Ich würde hier trotzdem sagen: So schlimm ist die Vorratsdatenspeicherung nicht, da laufen in den USA ganz andere Sachen.

  10. Rene

    Wie wäre es, die Anzahl, Namen und die medizinischen Akten aller Sexualpartner abzuspeichern, um so AIDS ausrotten zu können ?

    Oder alle Konto ein- und ausgänge zu kontrollieren, um so Insolvenzen vorzubeugen ?

    Und zum Wohle der öffentlichen Kassen jeden Menschen, der nicht einwandfreies Erbgut aufweist, direkt nach der Geburt kastrieren !?

  11. Kristof

    Erstes sehe ich irgendwann kommen, zweites wird unter dem Motto “gläserne Buchhaltung” bereits praktiziert und letztes hatten wir sogar schon mal… aber ist ja alles nicht so schlimm!*

    * Vorbeugend ist letzter Satzteil hiermit eindeutig als Sarkasmus gekennzeichnet.

  12. Alfred

    Auch ich war vorher ein Gegner der Vorratsdatenspeicherung. Aber nun sehe ich, dass es in anderen Ländern ganz andere viel schwerwiegendere Probleme gibt.

  13. Debra

    Und welche Länder wären das?

  14. iphone

    echt ne traurige sache ey…

  15. Toco

    Hoffen wir mal, dass die FDP dem ein Ende setzt. Sie haben ja groß Werbung damit gemacht…

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