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Spinnennetz

Sinnbefreit im Dachgeschoss

Bis hierhin und schnell wieder zurück!

Intermezzo

Acht Schläge zählte er, bevor er die Augen öffnete. Eigentlich war es noch viel zu früh am Morgen, um aufzustehen, aber ein Gefühl der Unruhe hatte sich in ihm ausgebreitet, welches verhinderte, dass er die Augen einfach wieder schloss, um noch einige Stunden zu schlafen. Ein Blick auf die Uhr, die auf dem hölzernen Nachttisch stand, bestätigte ihm, dass er sich nicht verhört hatte: kurz nach acht.

Verwundert über die Tatsache, dass er sich trotz der wenigen Stunden Schlaf ausgeschlafen fühlte – und noch mehr darüber, dass ihn wohl die Stundenschläge der Kirchturmsuhr der Kirche, die einige Straßen weiter den Schäfchen der kleinen Gemeinde geistlichen Beistand bot, geweckt hatte. Vor einigen Jahren, als er sich noch nicht an die direkte Nachbarschaft der Kirche gewöhnt hatte, hätte ihn das nicht gewundert. Aber Jahre später, nach nur vier Stunden Schlaf, fand er es doch etwas ungewöhnlich.

Er erhob sich aus dem Bett und schritt zum Fenster. Die noch tiefstehende Sonne schien ihm direkt ins Gesicht. Blinzelnd öffnete er das Fenster. Die Luft draußen war kalt und klar – noch hatte die Sonne nicht genug Kraft, um bereits um diese Uhrzeit die Luft zu erwärmen. Er genoss den leichten Windhauch, der kurz sein Gesicht streifte.

Langsam schweifte sein Blick vom blauen Himmel nach unten auf die Straße. Keine Menschenseele. Er fragte sich, ob an einem Sonntag überhaupt irgendjemand in diesem Kaff das Haus verlassen würde. In diesem Nest hatte ja nicht einmal ein Bäcker geöffnet. Wem es an einem Sonntag also nach frischem Gebäck zumute war, musste wohl die gut siebzehn Kilometer bis zur nächsten Ortschaft fahren. Diese war zwar auch nicht viel größer als das 500-Seelen-Dorf, in dem er wohnte, aber mit einem fleißigen Bäcker gesegnet, den auch der Sonntag nicht vom Backen abhielt. Er versuchte sich an den Namen des Bäckerdorfes zu erinnern, aber er wollte ihm nicht einfallen. Namen waren einfach nicht seine Stärke – es hatte Wochen gedauert, bis er sich den Namen der Straße merken konnte, in der er nun wohnte. Und da er sonntags bisher nie das Verlangen nach frischen Brötchen hatte, war ihm auch der Name des Bäckerdorfes wieder entfallen. Sein eigener Name war ihm allerdings noch nie entfallen, auch wenn er ihn nicht oft zu hören bekam.

Er überlegte kurz, machte Anstalten das Fenster zu schließen, hielt jedoch in der Bewegung inne. Statt das Fenster zu schließen, kletterte er auf die Fensterbank und sprang in die kalte Morgenluft.

6 Reaktionen zu “Intermezzo”

  1. Eileen

    …und in welchem Stockwerk wohnt(e) er?? Und warum sprang er denn? Wegen der fehlenden Brötchen? Ich empfehle an dieser Stelle mal Aufbackbrötchen. Nicht so gut wie die frischen vom Bäcker, aber im Notfall haben die schon einiges retten können!

  2. natalia

    liebe eileen!!

    anscheindend wohnt er hoch genug um runter springen zu können.
    ausserdem denke ich nicht das er sich wegen der brötchen umbringen wollte.

    also sind aufbackbrötchen an dieser stelle relativ sinnbefreit!!

  3. Kristof

    Meine Damen, wir werden uns doch hier nicht wegen des Stockwerks streiten wollen ;-)

  4. Django_Jones

    hmm… warum isser denn ausm Fester gesprungen? Selbstmord? oder ausm erdgeschoss um zur arbeit zu gehen (weil der weg zur tür zu weit weg is)? aber es spielt sonntags, oder? hmm… bin verwirrt… aber bin nich so fanat nach brötchen und geh auch selbst nie zum bäcker daher sind die motive des protagonisten für mich unergründlich… aber is n netter text… und hungrig macht er mich auch *ausmfensterspring*

  5. Kristof

    Er war einsam. Und vermutlich war es Selbstmord. Zumindest ein Selbstmordversuch. Das weiß man nicht so genau.

  6. Sonja

    So wie ich den Schreiber kenne, war es natürlich zumindest der Selbstmordversuch.
    Allerdings kann die Hauptperson ja auch im Erdgeschoss wohnen und rausspringen um ne Runde zu joggen oder so…

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